Cali: Die Salsa-Hauptstadt mit Flair im Südwesten Kolumbiens

Die Hitze flimmert in der heißen Luft des Nachmittags und legt sich drückend über die roten Ziegeldächer des alten Stadtkerns. Die hügeligen Straßen, die teilweise steil nach oben schießen und dann wieder abfallen, machen das Vorankommen auch nicht leichter. Schnell stelle ich fest: Cali, die größte Stadt im Südwesten Kolumbiens und Hauptstadt des Departments Valle de Cauca, erkundet man am besten nachts, wenn die kühle Bergbrise die Hitze des Tages vertreibt.

Das pulsierende Nachtleben in der Salsa-Kapitale

Blick auf die Stadt vom Parque del AcueductoDie drittgrößte Stadt Kolumbiens gilt als Hauptstadt des Salsa. Cali kommt vor allem nachts in Bewegung, wenn die zahllosen Salsa-Lokale Ihre Pforten öffnen und die Latinos ihre Hüften so meisterhaft schwingen, wie kaum an einem anderen Ort. Besonders in San Antonio, dem wunderschönen historischen Stadtkern Calis, füllen sich die Straßen mit Leben. Angesagte Bars bieten günstige, kreative Cocktails an und viele Restaurants versorgen unermüdliche Nachtschwärmer bis in die frühen Morgenstunden.

Besonders beliebt ist die Gegend rund um den Park Loma de la Cruz, wo am früheren Abend auch cuenteros ihre Geschichten zum Besten geben. Cuenteros sind Geschichtenerzähler, die eine lange Tradition in Kolumbien haben und maßgeblich in den indigenen Kulturen des Landes wurzeln. Diese Tradition ist vor allem im Süden Kolumbiens erhalten geblieben und noch heute weit verbreitet. Hier am Loma de la Cruz werden abends auch Theateraufführungen unter freiem Himmel gezeigt. Außerdem präsentieren etliche Straßenkünstler ihr Können. Das andere Nachtleben Calis findet weiter nördlich in dem schicken Stadtteil Granada statt, wo der Besucher auf eine schwindelerregende Dichte an exquisiten Restaurants, schicken Bars und angesagten Salsa Clubs trifft. Zum Glück muss man sich hier nicht für eine Gegend entscheiden, zwischen den Stadtteilen kann man sich in Cali schnell, bequem und günstig mit dem Taxi bewegen.

Cali am Tag

Cali - ZentrumAuch wenn Cali die absolute Traumstadt für alle Nachtschwärmer ist, gibt es auch tagesüber viel zu entdecken. Am besten zieht man aber morgens oder am späten Nachmittag los, wenn die Hitze nicht ganz so drückend über dieser ausgesprochen heißen Stadt liegt. Das Zentrum bietet jahrhundertealte Kolonialkirchen und Museen entlang des Flusses Cali, wird aber aufgrund der Geschäftigkeit und zahlreichen lautstarken Händler schnell anstrengend. Die schönste Gegend ist zweifellos der historische Stadtkern. San Antonio liegt nur wenige Gehminuten südwestlich vom geschäftigen Zentrum. Hier kann man wunderschöne, bestens erhaltene Kolonialhäuser bestaunen, sich einen Latte Macchiato in hippen Cafés gönnen und die entspannte Atmosphäre genießen. Ein besonders lauschiges Plätzchen mit viel Grün und Schatten ist der auf einem Hügel gelegene Parque de Acueducto, der außerdem fantastische Blicke über die Stadt, Kunsthandwerk und viel leckeres Street Food bietet.

Kein Trip nach Cali ist komplett ohne zu den Tres Cruzes zu pilgern, sagen die Caleños, die umwerfend freundlichen und warmherzigen Einwohner Calis. Die Tres Cruzes sind ein Monument bestehend aus drei überdimensionalen Kruzifixen, das hoch oben auf einem Gipfel über der Stadt thront. In der Osterwoche pilgern Fromme als Zeichen ihres Glaubens auf den Berg. Für Touristen lohnt sich der anstrengende, etwa zwei- bis dreistündige Aufstieg für die spektakulärsten Blicke über die Zwei-Millionen-Metropole. Um der Mittagssonne zu entkommen sollte man früh loslaufen und auf jeden Fall ausreichend Wasser mitnehmen. Alternativ kann man auch recht günstig mit dem Taxi hochfahren.

Ausflugsziele in der Umgebung

Pance im Nationalpark FarallonesZahlreiche attraktive Ausflugsziele locken außerdem in der Umgebung der pulsierenden Stadt, zum Beispiel das bezaubernde Bergdorf Pance, das am Rande eines riesigen Nationalparks liegt. Der sympathische Urlaubsort, in dem sich eine Finca an die andere reiht, bietet Caleños und Besuchern eine willkommene Abkühlung zum heißen Cali, da das Klima aufgrund der Höhe etwas milder ist. Der sattgrüne Ort mit unglaublich üppiger Vegetation bietet einen herrlich kühlen, glasklaren Fluss, zahlreiche Wasserfälle in der Umgebung und zauberhafte Hängebrücken, die den Fluss überspannen. Auf zahlreichen Wanderwegen kann man den weitläufigen Nationalpark erkunden.

Auch die Pazifikküste ist nur drei Busstunden von Cali entfernt. Die Küste bietet beste Bedingungen für Surfer. Auch Tauchscheine kann man hier für wenig Geld erwerben. Kurz vor der Küste verdichtet sich die Landschaft zu üppigen Regenwald, in dem sich zauberhafte kleine Orte verstecken. San Cipriano zum Beispiel liegt kurz vor der Pazifikküste im dichten Regenwaldgebiet an einem riesigen, glasklaren Fluss und lohnt in jedem Fall einen Abstecher.

Fazit

Street Art in San AntonioCali hat nicht unbedingt herausragende Sehenswürdigkeiten zu bieten, aber die Stadt besitzt eine ganz spezielle Atmosphäre und einen Charme, der Besucher packt und so schnell nicht wieder loslässt. Freunde der Nacht fühlen sich hier garantiert pudelwohl, aber auch für Naturliebhaber hat vor allem die Umgebung viel zu bieten.

Gizi reist seit knapp 20 Jahren um die Welt. Nach längeren Trips durch Südamerika und die Karibik, zog es ihn nach Asien. Über Indien, Nepal und China kam er nach Thailand. Dies ist nun auch seine Heimat. Von hier startet er seine Reisen und schreibt für www.Blog-Trotter.net seine Erfahrungen nieder. Mehr Informationen gibt es hier: blog-trotter.net Autoren

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