Lençóis Maranhenses zwischen surrealer Realität und Wirklichkeit

Duenenlandschaft  Lencois MaranhensesWie überdimensionale, strahlend weiße Bettlaken breiten sich die feinsandigen Dünen in der Landschaft aus. Soweit das Auge reicht leuchten sie fast schneeweiß unter dem stahlblauen Himmel. Die Sonne scheint auf die weite Wüstenlandschaft. Ein leichter Wind schwächt die Hitze ein wenig ab. Nach einer Stunde erreichen wir unser Ziel. Wie eine Fata Morgana erkennen wir aus einiger Entfernung die tiefblau zwischen den Sanddünen funkelnde Lagoa do Peixe, die Fisch-Lagune.

Die faszinierende Landschaft der Bettlagen von Maranhão

Lagoa do PeixeDie Bettlaken von Maranhão, wie der Nationalpark übersetzt heißt, liegen an der Küste des Bundesstaates Maranhão im Nordosten Brasiliens. Das Gebiet zählt zweifelsohne zu den spektakulärsten Landschaften in dem riesigen südamerikanischen Land, das fast 50 Prozent des gesamten Kontinents bedeckt. Die surreale Landschaft erstreckt sich über 70 Kilometer entlang der Küste und bis zu 25 Kilometer Inland.

Besonders reizvoll ist der Nationalpark während der Regenzeit, wenn sich die Täler zwischen den Dünen mit Regenwasser füllen. Dann entstehen hunderte kristallklare Lagunen, in denen man baden kann. Die tiefblauen Gewässer in der weißen Dünenlandschaft verleihen der ohnehin schon surreal schönen Landschaft einen noch atemberaubenderen Anblick. In der Trockenzeit von Oktober bis Januar trocknen die meisten Lagunen aus. Da die Ausflugsziele Lagoa do Peixe und Lagoa Bonita aber das ganze Jahr über Wasser haben, lohnt sich ein Besuch dieser außergewöhnlichen Landschaft aber immer. Außerdem hat auch ein Besuch während der Trockenzeit Vorteile: Es sind deutlich weniger Touristen unterwegs, sodass man die atemberaubende Schönheit des Gebiets noch intensiver erlebt und außerdem Preise für Unterkunft sowie Ausflüge verhandeln kann.

Strandbar am Fluss PreguicasDer Ausgangsort für Touren in den Nationalpark ist das sympathische Flussstädtchen Barreirinhas direkt am Ufer des Flusses Preguiças. Von hier wird man in einer Stunde in einem Jeep mit Vierradantrieb über Sandstraßen in den Park gefahren. Danach setzt man den Ausflug zu diesem beeindruckenden Naturwunder zu Fuß fort und wandert mitten durch die erhabenen Dünen. Ein Highlight ist die Fischlagune, eine besonders schönen und große Lagune zwischen den Dünen, die von zahlreichen kleinen Fischen bewohnt wird, die sofort an einem knabbern, sobald man das Wasser betritt. Am Abend schauen wir dem rotleuchtenden Sonnenball dabei zu, wie er langsam über der beeindruckenden Landschaft verschwindet.

Bootstour auf dem Preguiças Fluss zur Ozeanmündung

Blick auf den Fluss PreguicasSehr beliebt und unbedingt empfehlenswert ist auch die siebenstündige Bootstour von Barreirinhas nach Caburé an der Atlantikmündung. Die Fahrt führt an dichtem Regenwald, Mangroven und Sanddünen vorbei. Mit etwas Glück kann man typische Vögel aus der Region beobachten. Unterwegs hält das Boot an verschiedenen Stationen. Der erste Stopp ist eine entspannte Strandbar am Flussufer mit Hängematten, dahinter wuchert der dichte Dschungel. Unzählige kleine, furchtlose Affen halten sich in und um die Bar auf und reißen den Neuankömmlingen gierig Bananen aus den Händen. Der nächste Stopp ist das kleine Fischerdorf Mandacuru, in dem zahlreiche Einheimische leckere Gerichte und selbstgemachtes Eis anbieten. Das Highlight hier ist außerdem ein Leuchtturm, den man erklimmen kann und mit einer herrlichen Aussicht über die Flusslandschaft belohnt wird. Anschließend geht es weiter nach Caburé, wo der Fluss auf den Ozean trifft. Am Atlantikstrand bereiten zahlreiche improvisierte Restaurants fangfrischen Fisch zu. Wer hier noch nicht genug hat, fährt weiter in das abgelegene, aber schicke Atins mit tollen Unterkünften, Restaurants und bemerkenswert vielen internationalen Bewohnern. Von hier aus kann man viele isolierte Teile des Nationalparks besuchen, wo man die hinreißenden Dünen und Lagunen teilweise ganz für sich allein hat.

Fazit

Der Nationalpark Lençóis Maranhenses ist eine faszinierende Landschaft in Südamerika, die mit ihren weiten, teils schneeweißen Dünen und tiefblauen Lagunen einzigartige Fotomotive bietet. Am besten erlebt man die weite Dünenlandschaft bei einer Wanderung zu den wunderschönen Lagunen. Bei der siebenstündigen Bootsfahrt nach Caburé an die Atlantikmündung lernt man die Gegend noch besser kennen.

Gizi reist seit knapp 20 Jahren um die Welt. Nach längeren Trips durch Südamerika und die Karibik, zog es ihn nach Asien. Über Indien, Nepal und China kam er nach Thailand. Dies ist nun auch seine Heimat. Von hier startet er seine Reisen und schreibt für www.Blog-Trotter.net seine Erfahrungen nieder. Mehr Informationen gibt es hier: blog-trotter.net Autoren

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